Haare waschen mit Natron: Das hat es mit dem No-Poo-Trend auf sich

Haare waschen mit Natron? Was gewöhnungsbedürftig klingt, sorgt derzeit als einer der angesagtesten DIY-Haarpflege-Trends für Aufsehen. Die sogenannte No-Poo-Methode, also das Haarewaschen ohne die Verwendung eines konventionellen Shampoos, gilt als nachhaltig, kostengünstig und wirkungsvoll. Hier erfährst du, was an dem Trend dran ist und warum viele das Pulver vor allem bei fettigem Haar oder gereizter Kopfhaut als Alternative zu konventionellen Shampoos sehen.

Warum das Haarewaschen mit Natron gut für deine Haare sein kann

Im Gegensatz zu vielen konventionellen Shampoos enthält Natron keinerlei künstliche Zusatzstoffe. Auch kommt das Pulver, welches sich seit Generationen als umweltfreundliches, aber wirksames Hausmittel bewährt hat, ohne Mikroplastik, Duft- oder Farbstoffe aus. Damit ist das Haarewaschen mit Natron nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für Haare und Kopfhaut. Allerdings musst du dafür auf deinen gewohnten Shampooduft verzichten und etwas mehr Zeit einplanen.

Natron zum Haarewaschen zu verwenden ist vor allem zu empfehlen, wenn du schnell fettendes Haar hast oder deine Kopfhaut sensibel oder gereizt ist. Natron wird eine antibakterielle Wirkung nachgesagt, die gut bei Schuppen oder Juckreiz helfen soll. Das leicht basische Pulver unterstützt dich dabei, den aus dem Gleichgewicht geratenen pH-Wert der Kopfhaut auszubalancieren.

Wie funktioniert das Haarewaschen mit Natron?

Um deine Haare mit Natron zu waschen, solltest du damit beginnen, deine Haare gründlich zu bürsten. Das regt die Durchblutung der Kopfhaut an und trennt die einzelnen Haare voneinander, sodass das Natron-Wasser-Gemisch beim Auftragen eine größere Oberflächenwirkung erhält. Dann mischst du mehrere Teelöffel des Pulvers mit lauwarmem Wasser. Sollte sich das Natronpulver nicht komplett auflösen, beeinträchtigt das den Effekt nicht. Wichtig ist nur, dass die Mischung recht flüssig ist, sodass du sie einfach auf deinen Haaransatz laufen lassen kannst.

Massiere die Natronmischung sorgfältig in die Kopfhaut ein. Falls du dich wundern solltest: Im Gegensatz zu klassischem Shampoo schäumt Natron nicht. Lass die Natron-Lösung nun etwa 2 bis 3 Minuten einwirken, bevor du sie mit möglichst kaltem Wasser gründlich ausspülst. Ja, richtig gelesen: Mit kaltem Wasser – es optimiert die Wirkung einer Natron-Haarwäsche, auch wenn es etwas Überwindung kostet!

Was muss nach der Haarwäsche mit Natron beachtet werden?

Die optimale Ergänzung bei einer Haarwäsche mit Natron ist eine saure Spülung mit Essig. Dadurch wird die Haarstruktur geglättet und das Haar bekommt mehr Fülle, Glanz und Geschmeidigkeit – genau wie es bei einer Tiefenspülung der Fall ist. Doch warum braucht es eine saure Spülung? Der pH-Wert von Natron liegt bei 8 und eine Natron-Haarwäsche ist damit leicht basisch. Durch eine saure Spülung, auch Rinse genannt, wird der pH-Wert der Kopfhaut, der bei 5,5 liegt, ausgeglichen.

Idealerweise wird eine Rinse, für die sich beispielsweise Apfelessig sehr gut eignet, nicht ausgespült. Der etwas gewöhnungsbedürftige Essig-Geruch verflüchtigt sich beim Trocknen der Haare!

Eignet sich Natron zum regelmäßigen Haarewaschen?

Eine Haarwäsche mit Natron ist generell eine milde, kostengünstige und umweltschonende Alternative zum konventionellen Shampoo. Auch bei empfindlicher Kopfhaut oder feinem Haar eignet sich Natron. Wie häufig du die Methode anwendest, hängt von der individuellen Wirkung von Natron bei deinem Haar bzw. deiner Kopfhaut ab. Um zu testen, wie du Natron als Shampoo-Alternative verträgst und ob eine Natron-Haarwäsche positive Effekte bei dir erzielt, solltest du deine Haare über einen längeren Zeitraum immer mal wieder mit Natron waschen.

Wie bei allen Pflegeroutinen braucht es beim Haarewaschen mit Natron unter Umständen ein wenig Geduld, bis der gewünschte Effekt Wirkung zeigt. Um ein Austrocknen der Haare oder der Kopfhaut zu verhindern, solltest du allerdings nicht ausschließlich Natron zum Haarewaschen verwenden. Sieh die Anwendung mehr als Kur für Haare und Kopfhaut an, die ab und zu – also beispielsweise einmal pro Woche – angewendet wird. Im Alltag solltest du lieber auf ein klassisches Shampoo setzen, um deine Haare zu waschen.